Kurzmitteilung

Ein Interview mit der stolzen Tabletbesitzerin Sonja Marković

Wie kann man Tablets im Schulbereich erfogreich anwenden?
Wo könnte ich konkrete gut gelungene Unterrichstbeispiele finden?
Welche Mehrwerte können über Mobile Apps generiert werden? Welche Grenzen ergeben sich z.B. im Bereich der Verfügbarkeit?

Da ich keine Erfahrungen mit Tablets habe, habe ich mich entschieden meine Kollegin Sonja Marković – eine junge sehr engagierte Deutschlehrerin aus Užice zu interviewen, denn sie benutzt schon Tablet in ihrem Unterricht.

T: Sonja, was für eine Rolle spielen neuen Medien und neue Technologien in deinem Leben und in deinem Unterricht?

S: Ich bin ein echter Computerfreak. Allein schon die Tatsache, dass man täglich in meinem Haus 9 Computer benutzt, zeigt meine Abhängigkeit von den kleinen „Werkzeugen der Zukunft“.

Ich bin der Meinung, dass wir als Lehrkraft die Unterentwicklung unserer Schulen nur so überwinden können, in dem wir uns über die Neuigkeiten aus der Computerwelt ständig informieren lassen. Ich bin z.B. seit einem Jahr eine stolze Tabletbesitzerin, Es handelt sich um ein kleines Wunder, das perfekt für die Erstellung von Bildkarten ist. Ich plane bald auch einen Pocket-Beamer zu besorgen, dann kann mir niemand und niemals im Wege stehen, obwohl ich keinen Raum, Player oder OHP besitze. Denn in Zeiten von Cloud-Computing kann ich mir echt nicht vorstellen, dass jemand Kassetten im Unterricht benutzt.

T.: Wie kann man Handys, Tablets und Apps im Schulbereich erfogreich anwenden?

S.: Man hört immer wieder, dass die Mobiltelefone den Unterricht stören, und ich als Lehrerin muss gestehen, dass ich mit kleinen Dingchen, die ab und zu während der Stunde ein Piepen von sich geben, manchmal auch genervt bin. Dass eine ‚Revolution in den Hosentaschen der Jugendlichen‘ schon längst stattgefunden hat, ist aber kein Geheimnis mehr. Smartphones und Tablets eröffnen in unserem Alltag wahrhaft viele neue Dimensionen. Neue Technologien hatten es von Anfang an immer schwer, aber sie setzten sich schnell und rasch durch und die Frage lautet nicht mehr „sollen wir“ sondern „können wir“. Natürlich müssen unsere Nutzungskompetenzen immer wieder revidiert werden, denn die Kinder, die heute in die Schule eintreten, sind schon mit verbreiteten Nutzerfahrung aufgewachsen und sie sind in diesem Sinne einfach ein paar Schritte vor uns.

Aber welchen Stellenwert haben diese Geräte im Unterricht?

Vor einem Jahr habe ich mir ein Tablet besorgt, mit der Idee nunmal Bildkarten ohne viele Kopfschmerzen zu erstellen. Das funktioniert ausgezeichnet bis heute immer noch und ich bereue keinen Cent, den ich für meinen Ipad ausgegeben habe.

Dann habe ich in der Zwischenzeit auch diverse Apps, die sich auch im Unterricht einsetzen lassen, entdeckt. Ich interessiere mich seither regelmässig für diverse Apps und obwohl ich ohne künstlicher Regen auf meinem Iphone schwer durchs Leben kommen kann (J), viel Unnützliches gibt es schon, muss ich gestehen. Es macht aber Sinn sich mal anzuschauen, was uns so an hilfreichen Tools auf Smartphones zur Verfügung stehen.
Neben Bildkarten  benutze ich in meinem Unterricht auch oft elektronische Karteikasten, die ich mit Quizzlet erstelle. Die sind für die Wortschatzarbeit optimal.

Als Fremdsprachenlerner und –lehrer kann man sich ohne Wörterbuch das Leben einfach nicht vorstellen. Es gibt viele Apps, die man runterladen kann, aber diese App „SmartDict“ mag ich besonders:

Dropbox, SmartOffice, Prezzi, CameraPlus, TextGrabber, GoodReader, TeacherPal, MindMaster usw. es gibt sooo viele Apps, die sich didaktisch in den Fremdsprachenunterricht einsetzen lassen.

Man muss nur das Tablet oder Smartphone per Adapterkabel an einen HDMI Eingang von Beamer anknüpfen und schon stehen alle diese kleine Apps für den Unterricht parat. Man braucht keine OHPs, Dias, Kassetten, riesigen Posters, schwere Bücher mehr, alles steht schon in unseren Handys vesteckt.

Man erkennt hier sofort die riesigen Potenziale für Schulprojekte. Allerdings braucht man wohl etwas länger, besonders in Serbien, um neue Technologien in den Unterricht zu integrieren. In vielen Schulen kann man kein WLAN benutzen und über das 3G-Netz sind die Kosten für die Schüler hoch. Auch viele Apps, wie die, die ich selbst benutze, sind vom Plattformanbieter abhängig und lassen sich nicht auf jedem Gerät benutzen. Mit den Handys und Hi-Tech kommt leider oft das Problem von Missbrauch.

Logischerweise fragt man sich, wozu ich dann die Apps brauche, wenn das alles so kompliziert ist. Apps müssen Mehrwerte liefern, sonst macht deren Einsatz keinen Sinn. Mit Handys findet das Lernen überall statt. Ein Klasseneinsatz von PCs bzw. Notebooks scheitert oft, denn es dauert zu lange bis die notwendige Hardware vorhanden ist und die Informatik-Räume in der Schule müssen im Voraus gebucht werden, so dass man sie nicht ständig benutzen kann. Noch ein paar Vorteile kommen dazu: Apps sind offline nutzbar, man kann auch als App-Designer ein bisschen Geld verdienen, und letztendlich kosten die Handys weniger als Laptops.

Nur die Lehrkraft selbst kann die Sachen in Schwung bringen, aber zu erst müssen sie überzeugt sein, wie sie und warum sie diese Geräte fürs Lernen einsetzen.

T.: Ich danke Dir liebe Sonja, nun denke ich darüber nach, mir auch bald ein Tablet zu besorgen…. ; ))

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